Workshop „Inklusive Redaktion“ (Inklusive Redaktion)

Dokumentation durch das inklusiven Redaktionsteam von Kiel TV/hinten rechts: Experte Kristian Blasel (KN), vorne rechts: Experte Andreas Schmidt (NDR)/ (Foto: Offener Kanal Kiel)
Dokumentation durch das inklusiven Redaktionsteam von Kiel TV/hinten rechts: Experte Kristian Blasel (KN), vorne rechts: Experte Andreas Schmidt (NDR)/ (Foto: Offener Kanal Kiel)

Groß war das Interesse an dem Workshop „Inklusive Redaktion“, der nur als eine von
vielen spannenden Veranstaltungen während des Kongresses „Lebenswelten inklusiv
gestalten“ auf dem Programm stand. Kristian Blasel von den Kieler Nachrichten und
Andreas Schmidt, beim NDR verantwortlich für zentrale Programmaufgaben, sahen
sich an der Christian-Albrechts-Universität einer großen Runde motivierter und
diskussionsfreudiger Teilnehmer wieder. Die Medienprofis wurden von den Helfern,
Athleten und Mitgliedern der Inklusiven Redaktion sowie des Offenen Kanals Kiel zu
spannenden Themen befragt. Gesprächsführung bei Interviews, die Arbeit bei
Fernsehsendern und Zeitungsredaktionen wurden thematisiert.

Andreas Schmidt erzählte unterhaltsam von seiner langjährigen Erfahrung in der
Medienarbeit, gab Tipps zum Umgang mit Medienvertretern und zum Auftreten eines
Journalisten gegenüber prominenten Interviewpartnern. Mut sei eine der wichtigsten
Eigenschaften, um ein erfolgreiches Interview zu führen – und eine gesunde Portion an
„höflicher Hartnäckigkeit“, wie Schmidt es nannte. Ein berichtender Journalist
repräsentiert die Interessen der Öffentlichkeit und muss die erhaltenen Informationen
deshalb nicht nur aufnehmen, sondern kritisch hinterfragen, um sie dann verständlich
formulieren zu können. Empathie sei laut Andreas Schmidt eine weitere und überaus
wichtige Eigenschaft, denn ohne ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen, kann kein
gutes Interview geführt werden. „Es ist wichtig, dass man vor dem Interview die
Stimmung ein wenig auflockert, sei es auch nur bei einem Gespräch über das Wetter“,
sagte Schmidt.

Besonders großes Interesse bestand aber natürlich an der Frage zu Möglichkeiten,
Menschen mit Beeinträchtigungen in die redaktionelle Arbeit einzubeziehen bis hin zu
Chancen für eine berufliche Karriere in den Medien. Kristian Blasel und Andreas
Schmidt forderten Menschen mit Beeinträchtigung nachdrücklich auf, sich zunächst
einmal für ein Praktikum in den Redaktionen zu bewerben. Für eine Karriere auf dem
eng umkämpften Arbeitsmarkt für Journalisten müsse jedoch jeder auch gewisse
Qualifikationen mitbringen. Soziale Kompetenzen seien aber mindestens ebenso
wichtig. Eine Kollegin aus der Inklusiven Redaktion merkte an, dass sich in Husum der
„Husfunk“ als ein inklusiver Radiosender mit Vollzeit-Besetzung etabliert hat – ein
großer Schritt Richtung gelebte Inklusion. Andreas Schmidt und Kristian Blasel haben

allerdings viel weitergehende Visionen zu diesem Thema. So solle das Wort „Inklusion“ laut
Andreas Schmidt in naher Zukunft nicht mehr existieren. Denn erst dann ist das Ziel der
Inklusion tatsächlich erreicht. Kristian Blasel stimmte dem zu, wünscht sich aber, dass die
Herausforderungen in Sachen Inklusion bis dahin aufgegriffen und wahrgenommen werden.